Alleinerziehende Mutter erzählt vom Leben mit ihren drei Töchtern!
Waren heute morgen zu dem Termin bei der Psychologin von der Frühförderung. Zuerst hat sie noch kurz mit mir gesprochen, wie sich die Situation in den letzten drei Monaten seit unserem ersten Termin bei der Ärztin verändert hat; zu Hause und im Kiga. Danach hat sie mit Anna angefangen einen Test zu machen.
Anna mußte Würfelmuster nachlegen, Fragen beantworten, Puzzle legen und "was passt zusammen"! Sie hat alles sehr schön mitgemacht, obwohl dieser erste Teil eine Stunde lang ging.
Am Mittwochabend müßen wir nochmal hin und dann gehts in die zweite Runde. Der ganze Test dauert insgesamt ca. zwei Stunden, aber da so kleine Kinder sich noch nicht so lange konzentrieren können, machen wir ihn in zwei Teilen. Hoffentlich macht sie beim zweiten Mal auch wieder so super mit.
War echt erstaunt über das Durchhaltevermögen, das meine Tochter heute an den Tag gelegt hat. Hier daheim und im Kiga ist nach spätestens ner halben Stunde konzentrieren Feierabend, dann muß sie erst mal wieder rennen und Energie ablassen. Bei dem Test hat sie ruhig auf dem Stuhl gesessen, kein Gehampel und Gezappel, kein Gezicke( kann ich nicht, will ich nicht), gar nichts. Wirklich bombastisch!!!!! ![]()
Das Problem an der ganzen Sache ist allerdings, daß der Test erst für Kinder ab vier Jahre ist und deshalb muß Anna nachher bei der Auswertung auch mit den Ergebnissen der vierjährigen verglichen werden. Was bedeutet, daß ich zwar nach dem Test weiß, in welche Richtung Annas Intelligenz läuft, aber das Ergebnis erstmal mit Vorsicht zu genießen ist. Aber es ist zumindest schon mal ein Anfang, besser als nichts!
Nach meiner Ausbildung zur Erzieherin und als ich erfahren habe, daß mein Mann hochbegabt ist, hatte ich immer Angst davor ein hochbegabtes Kind zu bekommen. Denn es kann auf der einen Seite ein Segen sein und auf der anderen Seite ein Fluch. Wenn dem so wäre, werden die nächsten Jahre sehr anstrengend werden, die Balance zu finden zwischen Unter- und Überforderung. Die Behindertenförderung hat in den letzten Jahren ziemliche Fortschritte gemacht, aber im Bereich Hochbegabung fängt man jetzt erst an sich gezielt drum zu kümmern. Obwohl prozentual der Bereich nach unten hin genauso groß ist wie nach oben. Allerdings fallen die nach unten hin eher auf in unserer Gesellschaft, als die nach oben. Nicht bei jedem Hochbegabten zeigt es sich so offensichtlich wie bei Mozart oder diversen anderen Berühmtheiten, und die meisten lernen mit den Jahren sich anzupassen, damit sie eben nicht auffallen.
Mein Mann ist das beste Beispiel dafür. Mit vier Jahren hat er sich an Hand eines Posters selber das Lesen beigebracht, er hat ein enormes Fachwissen, was sein Hobby die Eisenbahn angeht, und und und. Ihm würde aber keiner zutrauen, daß er hochbegabt ist, da er über die Jahre gelernt hat sich dem Niveau seiner Mitmenschen anzupassen. In der Realschule war er auf Grund von Langeweile sogar ziemlich schlecht.
Laber laber, langer Rede kurzer Sinn: Ich möchte, daß Anna (und auch meine anderen Kinder) die Förderung erhält, die sie braucht. Ich möchte nichts forcieren, was nicht da ist, aber auch nichts verkommen lassen. Wäre sie behindert, bekäme sie ja auch die Förderung, die sie braucht, also warum sollte der gegenteilige Fall nicht auch das erhalten, was er braucht.