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8. Oktober 2009 4 08 /10 /Oktober /2009 21:57

Der Wahnsinn hatte sich entschlossen, seine Freunde zum Kaffee einzuladen. Alle Gäste gingen hin und nach dem Dessert schlug der Wahnsinn vor: "Lasst uns verstecken spielen!"
"Verstecken? Was ist das?" fragte die Neugier.
"Verstecken ist ein Spiel. Ich zähle bis hundert und ihr versteckt euch. Wenn ich dann fertig gezählt habe, muss ich euch suchen und der erste, den ich finde, ist als nächstes mit Zählen dran."
Alle akzeptierten, außer die Furcht und die Faulheit.
"1, 2, 3,..." - fing der Wahnsinn zu zählen an. Die Eile versteckte sich als erste - irgendwo, irgendwie. Die Schüchternheit, scheu wie üblich, versteckte sich in einer Baumkrone. Die Freude rannte durch den Garten, die Traurigkeit fing zu weinen an, da sie keinen richtigen Platz zum Verstecken fand. Der Neid ging mit dem Triumph und versteckte sich ganz nahe bei ihm hinter einem Felsen. Der Wahnsinn zählte immer weiter, während seine Freunde sich versteckten. Die Verzweiflung war verzweifelt als sie feststellte, dass der Wahnsinn schon bei 99 angekommen war.
"HUNDERT!" schrie der Wahnsinn. "Ich fange jetzt an zu suchen!"
Die erste, die gefunden wurde war die Neugier, denn sie konnte es sich nicht verkneifen, aus ihrem Versteck zu kommen um zu sehen, wer als erstes geschnappt würde. Als sich der Wahnsinn etwas umsah, entdeckte er den Zweifel auf einer Mauer - der wusste nicht, ob es besser sei, sich davor oder dahinter zu verstecken. So ging es dann weiter: Er entdeckte die Freude, die Traurigkeit, die Schüchternheit...
Als sie wieder beisammen waren, fragte die Neugier: "Wo ist denn die Liebe?" Niemand hatte sie gesehen.
Der Wahnsinn fing an, sie zu suchen. Er suchte in den Bergen, Flüssen und unter den Felsen - ohne Erfolg. Er sah einen Rosenbusch und ging mit Hilfe eines Holzstöckchens zwischen den Zweigen auf die Suche - da hörte er plötzlich einen Schrei. Es war die Liebe. Sie schrie, weil ein Dorn ihr Auge verletzt hatte. Der Wahnsinn wusste nicht, was er tun sollte. Er bat um Verzeihung, flehte um Vergebung und versprach der Liebe, für immer ihre Sehkraft zu werden. Die Liebe akzeptierte die Entschuldigungen.
Deshalb ist heute die Liebe blind und wird ständig vom Wahnsinn begleitet.

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Published by monisha79 - in Gedichte
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Kommentare

rolf 10/09/2009 09:37


Schluchz.... wie schön und poedisch.... . ;-)
Ist das aus deinem Gedankenpool? ;-)

Ach ja. Guten Morgen Moselh... ;-) Sorry. :-)

Es soll aber auch Fälle geben, wo die Dornen der Liebe beide Augenlichter nahmen. ;-) Ich glaube da sprang sogar noch das Gefühl für die Liebe mit ein. Damit waren aber wiederum einige
"Körperteile" absolut nicht einverstanden. Also wurde der Liebe und dem Gefühl noch im Wechsel gewisse Bereiche des menschlichen Körpers zu gewiesen. Das erwies sich als praktisch und wurde mit der
Zeit dann auch so beibehalten. Bei Eva war der Wechsel zwischen Herz und Bauch die beste Kompination und versprach auch meistens den grössten Erfolg. Na ja. Bei Adam war das schon schwieriger.
Meistens setzte sich seine Blut geschwängerte Fortpflanzungsdrüse durch. Darüber wiederum war das Hirn nicht erfreut und wechselte seinen angestamten Platz von Adams Kopf, in seinen Lendenbereich.
Und so waren die beiden nur erdenklichsten Gegegnsätze der Evolution aufs beste ausgerüstet. ;-)
Euch allen Moselhamstern da oben noch ein schönes und vielleicht für dich entsprechendes ruhiges We wünscht dir rol


monisha79 10/09/2009 10:13



Nein, nichts in der Kategorie "Gedichte" kommt aus meinem Gedankenpool! Finde diese Dinger irgendwo und wenns mir gefällt, setze ichs hier rein. Wäre schön, wenn ich so begnadet wäre, aber leider
ist dem nicht so. Bin schon froh, wenn ich meine täglichen Berichte in vollständige Sätze packen kann. Mit der Klappe funtioniert das besser als schreibender Weise.


Naja, dafür habe ich andere Talente.



Tja, die verschiedenen Denkweisen von Männern und Frauen, mich jetzt darüber auszulassen, würde diesen Rahmen sprengen. Nur eins dazu, sie sind nicht dafür gemacht zusammen zu leben! Dir auch ein
ruhiges WE und viel Spaß beim Photos schauen und Berichterstattung zuhören. LG monisha




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