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15. Juni 2009 1 15 /06 /Juni /2009 18:59

Waren heute morgen zu dem Termin bei der Psychologin von der Frühförderung. Zuerst hat sie noch kurz mit mir gesprochen, wie sich die Situation in den letzten drei Monaten seit unserem ersten Termin bei der Ärztin verändert hat; zu Hause und im Kiga. Danach hat sie mit Anna angefangen einen Test zu machen.
Anna mußte Würfelmuster nachlegen, Fragen beantworten, Puzzle legen und "was passt zusammen"! Sie hat alles sehr schön mitgemacht, obwohl dieser erste Teil eine Stunde lang ging.
Am Mittwochabend müßen wir nochmal hin und dann gehts in die zweite Runde. Der ganze Test dauert insgesamt ca. zwei Stunden, aber da so kleine Kinder sich noch nicht so lange konzentrieren können, machen wir ihn in zwei Teilen. Hoffentlich macht sie beim zweiten Mal auch wieder so super mit.

War echt erstaunt über das Durchhaltevermögen, das meine Tochter heute an den Tag gelegt hat. Hier daheim und im Kiga ist nach spätestens ner halben Stunde konzentrieren Feierabend, dann muß sie erst mal wieder rennen und Energie ablassen. Bei dem Test hat sie ruhig auf dem Stuhl gesessen, kein Gehampel und Gezappel, kein Gezicke( kann ich nicht, will ich nicht), gar nichts. Wirklich bombastisch!!!!!

Das Problem an der ganzen Sache ist allerdings, daß der Test erst für Kinder ab vier Jahre ist und deshalb muß Anna nachher bei der Auswertung auch mit den Ergebnissen der vierjährigen verglichen werden. Was bedeutet, daß ich zwar nach dem Test weiß, in welche Richtung Annas Intelligenz läuft, aber das Ergebnis erstmal mit Vorsicht zu genießen ist. Aber es ist zumindest schon mal ein Anfang, besser als nichts!

Nach meiner Ausbildung zur Erzieherin und als ich erfahren habe, daß mein Mann hochbegabt ist, hatte ich immer Angst davor ein hochbegabtes Kind zu bekommen. Denn es kann auf der einen Seite ein Segen sein und auf der anderen Seite ein Fluch. Wenn dem so wäre, werden die nächsten Jahre sehr anstrengend werden, die Balance zu finden zwischen Unter- und Überforderung. Die Behindertenförderung hat in den letzten Jahren ziemliche Fortschritte gemacht, aber im Bereich Hochbegabung fängt man jetzt erst an sich gezielt drum zu kümmern. Obwohl prozentual der Bereich nach unten hin genauso groß ist wie nach oben. Allerdings fallen die nach unten hin eher auf in unserer Gesellschaft, als die nach oben. Nicht bei jedem Hochbegabten zeigt es sich so offensichtlich wie bei Mozart oder diversen anderen Berühmtheiten, und die meisten lernen mit den Jahren sich anzupassen, damit sie eben nicht auffallen.
Mein Mann ist das beste Beispiel dafür. Mit vier Jahren hat er sich an Hand eines Posters selber das Lesen beigebracht, er hat ein enormes Fachwissen, was sein Hobby die Eisenbahn angeht, und und und. Ihm würde aber keiner zutrauen, daß er hochbegabt ist, da er über die Jahre gelernt hat sich dem Niveau seiner Mitmenschen anzupassen. In der Realschule war er auf Grund von Langeweile sogar ziemlich schlecht.

Laber laber, langer Rede kurzer Sinn: Ich möchte, daß Anna (und auch meine anderen Kinder) die Förderung erhält, die sie braucht. Ich möchte nichts forcieren, was nicht da ist, aber auch nichts verkommen lassen. Wäre sie behindert, bekäme sie ja auch die Förderung, die sie braucht, also warum sollte der gegenteilige Fall nicht auch das erhalten, was er braucht.

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Published by monisha79 - in Kinder
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Kommentare

AnnaChaos 06/16/2009 20:42

Liebe Monisha!
Will Deinen Eifer keineswegs dämpfen, aber...ich habe das "ganze Theater" hinter mir - mit meinem Jüngsten, der Seine Intelligenz derzeit allerdings mehr schachmäßig einsetzt...er ist halt in der Pubertät!!

Als er eingeschult wurde, konnte er perfekt lesen und schreiben (Druckschrift). Er hat im Bereich Mathematik das gesamte Grundschulpensum, und... mehr drauf gehabt.
Die Direktorin wusste gar nicht in welche Klasse sie ihn stecken sollte. Nach Rücksprache mit dem Schulpsychologen und einem breitgefächerten Intelligenz-Test, der belegt hat, dass er 85% der Bevölkerung hinter sich lässt, ging das Dilemma weiter.
Keine adäquate Förderung, bzw. Schulung zum Nulltarif war in Sicht (kann Deine Angaben voll bestätigen).
Kostspielige Internate wurden mir empfohlen, die ich aber als Alleinerziehende, mit weiteren Kindern, gar nicht hätte finanzieren können.

Von mehrmaligen "Klassensprüngen" hat mir der Pschologe damals abgeraten, da ich meinen Sohn zum Außenseiter katapultieren würde - wegen der immer größer werdenden Alterskluft.

Will Dich aber nicht entmutigen! Hoffe, dass Du den richtigen Weg für Deine Tochter ebnen kannst!!

Einen lieben Gruß sendet Dir Anna

monisha79 06/16/2009 22:17


Von dem Klassenhüpfen halte ich gar nichts. Die meisten sind ja auch keine Allround-Genies, sondern meistens nur auf einem Gebiet oder so top. Sprich, wenn sie in Mathe top wäre und in Deutsch
mies, würde es ihr nichts bringen zu überspringen, da sie sonst aber wieder sitzen bleiben könnte.
Bin der Meinung in der Hinsicht müßte im kompletten Bildungssystem einiges geändert werden.
Wie geschrieben, habe ich ja Erzieherin gelernt. Während der Ausbildung belegte das Thema "Hochbegabung" fünf Unterrichtseinheiten, aber der Behindertenbereich hatte sogar sein eigenes Fach. Bin ja
für deren Förderung; aber gleiches Recht für alle. Bist Du dumm, wirst Du gefördert, damit Du nicht den Anschluß verlierst. Bist Du schlau, hast Du Pech gehabt und mußt selber schauen, wo Du
bleibst. Soviel zu Chancengleichheit usw.
Habt Ihr denn Euren Weg, mal abgesehen vom Schach, schon gefunden oder seid Ihr immer noch auf der Suche? LG monisha


Laila888 06/16/2009 08:45

ach, ich glaube heute sind Kinder vielleicht wirklich intelligenter als früher. Die Kleine von meinem Chef musste auch so einen Test machen und wurde in den älteren Kreis eingestuft, so dass sie schon früher zur Schule gehen könnte. Ich glaube, die nehmen einfach mehr in der Umgebung auf, die Eltern lernen sie unbewusst schon auf einiges an, das gab es früher gar nicht.

monisha79 06/16/2009 10:39



Stimmt schon. Als Anna drei Monate alt war, kam eine Oma von meinem Mann zu Besuch. Die wunderte sich, wie fit sie schon ist und hat erzählt, als ihre beiden Töchter auf die Welt kamen, wurden
Babies noch die ersten drei Monate geschnürt, da man damals davon ausging, daß sie eh noch nichts mitbekommen. Obwohl vielleicht noch nicht mal die Kinder schlauer sind als früher, sondern heute
gehen die Eltern ganz anders mit dem Kinder kriegen um. Früher kamen die Kinder halt einfach oder nicht, da wurde nicht so viel Bahei drum gemacht. LG monisha



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